In einem niederbayrischen Dorf leben nach der Währungsreform Einheimische und Flüchtlinge, »normale« Kleinbürger und »abnormale« Einzelgänger nur vorübergehend friedlich zusammen. Die Bäuerin Maria und ihr geistig zurückgebliebener Sohn Rovo sowie die Tagelöhnerin Barbara und ihr Sohn Abram sind dem Spott und dem Hass der Dorfbewohner ausgesetzt. Anlass für die Ausgrenzung der Mitbewohner ist deren abweichendes Verhalten von der abendländisch tradierten Norm. Denn die stellt fest, wie ein Zusammenleben - zwischen Männern und Frauen, in der Familie, unter Nachbarn - auszusehen hat. Da Abram wegen Homosexualität im Gefängnis saß und darum einen unauslöschlichen Makel hat, Rovo sich dennoch zu ihm hingezogen fühlt; die Dörfler deren Zärtlichkeiten mit einer tödlich endenden Jagd beantworten, steigern sich die Gejagten in eben jene ausweglose Situation hinein, die die »Anstän digen« schon immer für sie als »Endlösung« parat hielten.
Besetzung: 8 D - 11 H
• Globalisierung
• Selbstbestimmung und Fremdbestimmung
• Migration
Aberwitzige, brüllkomische und absolut inkorrekte Wortgefechte über das so genannte kulturelle Erbe Europas: Kathedralen und Schopenhauer, Russenhass und Parmaschinken... Lanoyes origineller Ausgangspunkt: Er versammelt Leute im Stück, die aus verschiedensten Gründen raus wollen aus dieser Festung Europa und die aber dennoch die Frage bewegt, was denn das Bewahrenswerte sei am kulturellen Erbe dieses alten Kontinents: Kathedralen? Parmaschinken?
Besetzung: ad libitum
• Aufbruch und Trennung
• Selbstbestimmung und Fremdbestimmung
• variabel zu besetzen
Jaap sitzt mit ihren/seinen Eltern in einer Höhle und darf nicht hinaus, weil die Eltern vor den Gefahren der bösen Welt da draußen warnen und das Kind für ihre Zwecke einspannen. Da hört Jaap eines Tages in den Erzählungen zweier Fremder davon, wie wunderbar die Welt sein soll. Die Neugier auf das ‚Draußen‘ wächst und wird schließlich übermächtig.
Besetzung: ad libitum
• Thema "Ausländerfeindlichkeit"
• mögliche Unterrichtsergänzung: Fassbinders berühmter Film Katzelmacher
KATZELMACHER zeigt die abgeschlossene Welt eines kleinbürgerlichen Vorstadtreviers: Hier schlägt eine Gruppe junger Menschen die Zeit tot. Man hockt zusammen in der Kneipe oder auf dem Hinterhof, trinkt, führt endlos sich im Kreise drehende Gespräche, tauscht Klatsch und Tratsch, Gehässigkeiten und heuchlerische Freundlichkeiten aus, schläft miteinander, auch mal gegen Geld. Das alles ist 'normal' und hat seine 'Richtigkeit'. Doch als mit dem griechischen Gastarbeiter Jorgos ein Fremder auftaucht und in die hermetische Vorstadtwelt eindringt, entladen sich an ihm Aggressionen und Ausländerfeindlichkeit.
Besetzung: mindestens 5 D - 5 H





